Versuchsdossier · alle Versuche im Kandidatenvergleich
Pre-Release-Drift vor US-Makro-Nachrichten (Kurov/Sancetta/Strasser/Wolfe)
Robustheits-Score 15.8/100 · AnekdoteWer zahlt und warum?
Besser informierte Teilnehmer und Händler mit vorab aggregierten Daten kaufen bzw. verkaufen in den letzten Minuten vor dem US-Release in Richtung der erwarteten Überraschung; ihre Aufträge treffen auf dünne Liquidität vor dem Termin und verschieben den Preis, ohne dass der Rest des Marktes schon reagiert. Eine überdurchschnittlich starke Drift (z >= 1,5 gegenüber der normalen 1m-Streuung) zeigt, dass diese Aufträge tatsächlich im Markt liegen; die Folge-Aufträge der übrigen Teilnehmer setzen die Bewegung bis zum Release fort.
Widerlegt, wenn: PF < 1,05 bei n >= 30 Trades auf Release-Tagen — oder Placebo (alle Tage) gleich stark wie die Release-Tage, dann trägt nicht der Kalender.
Prüfliste nach Arnott, Harvey und Markowitz
Sieben Fragen aus „A Backtesting Protocol in the Era of Machine Learning“ (2019). Die Einstufung folgt festen Regeln aus den Feldern dieses Bauergebnisses.
| Punkt | Einstufung | Beleg |
|---|---|---|
| MotivationGab es vor dem Test eine ökonomische Begründung? | Ja | Mechanik und Vorhersage vor dem Test im Hypothesenregister (HYP-20261025-fc0639a1). |
| MehrfachtestsSind alle Versuche gezählt und wird dafür korrigiert? | Teilweise | 3 Varianten vor dem Lauf im Trial Ledger registriert (trl_78088d1ce545). Das geltende Urteil korrigiert nicht für die Zahl der Versuche; eine Holm-Korrektur läuft parallel mit. |
| Daten und KostenSind Datenfenster, Datenstand und Kosten festgehalten? | Ja | Fenster 2026-03-17 bis 2026-10-05, Datenstand 2026-10-24, Slippage 0,5 Pkt je Seite; Engine-Fingerabdruck im Manifest. |
| Prüfung außerhalb der StichprobeWurde auf Daten geprüft, die beim Bau nicht bekannt waren? | Nein | Nur in-sample. Das Ergebnis dieses Baus ist kein Nachweis. |
| Stabilität über die ZeitHängt das Ergebnis an einem einzelnen Zeitraum? | Ja | Kein einzelner Monat trägt das Ergebnis (3 Monate); Aufteilung nach Marktphasen vorhanden. |
| KomplexitätIst die Regel sparsam genug für die Datenmenge? | Ja | 2 echte Varianten, 1 variierter Parameter (max_hold_bars). Regel: höchstens 2 variierte Parameter und 3 Varianten. |
| ForschungskulturWird auch das Scheitern veröffentlicht? | Ja | Jeder Bau erscheint unabhängig vom Ergebnis, dieses Dossier eingeschlossen; Kontrollarme stehen sichtbar daneben. |
Hypothese & Vorregistrierung
Rationale: Ausstiegsquote unterschritten (39 von 249 Versuchen = 0,16 < 0,25), aber kein brauchbarer Exit-Lab-Befund verfügbar: alle offenen Träger (dax_ma_envelope_breakout bt.pnl_pts −276,8; dax_ib_extension_fade −83,6; hull_suite_v3_final −297,3) sind durch das Paritäts-Gebot gesperrt, die übrigen Befunde sind bereits im A/B gebaut. Die Portfolio-Empfehlung (stop_exit) wird deshalb nicht befolgt. Der Range-Scalp-Short (Signal-Mining d3732d33) hat dasselbe Regelwerk wie das bereits gebaute dax_range_scalp_short (PF 0,92) und ist eine echte Dublette. Gewählt: Fund 1 des Literaturlogs 2026-10-26 (Tier 1, JFQA 2019), eine bisher ungebaute Mechanik (gemessene Vorab-Drift, nicht Kalender-Long wie dax_pre_fomc_drift und nicht Post-Release-Breakout wie dax_macro_release_breakout). Kernhypothese: Informierte Aufträge verschieben den Preis vor dem 14:30-Release in Richtung der späteren Überraschung. Erwartete Trades: ca. 1–2 je Monat (nur NFP- und CPI-Tage mit z >= 1,5), strukturell unterpowert — ein Bau mit schwachem Entscheidbarkeits-Profil, bewusst mit Placebo-Arm (alle Tage, ca. 15–20 Trades je Monat) zur Trennung von Kalender- und Drift-Beitrag. Kein Befund ab M3 in der Mechanismusspur; Hauptvariante = Quellen-Default (Ausstieg vor dem Release). Zeitfenster kommt aus der Session-Spec, nicht aus dem Code.
Abweichungen von der Quelle: Quelle: S&P-E-mini-Futures, Sekunden-/Minutendaten, Überraschungswerte ex post bekannt; hier DAX-1m-Bars, Richtung nur aus der gemessenen Vorab-Drift (z-Wert gegen normale 1m-Streuung über 120 Bars). Release-Kalender approximiert (NFP = erster Freitag, statische CPI-Liste; keine Claims/FOMC). DST-Abweichung US/EU an wenigen Wochen im Jahr verschiebt die Release-Uhr in Berlin um eine Stunde, das Slot-Fenster deckt nur die Standardlage ab. Stop = max(10 Pkt, 1,5 x erwartete Fenster-Streuung), kein TP. Schwellenlogik (z_min 1,5) ist unsere Operationalisierung, nicht die Release-Auswahl der Autoren. Die Autoren melden Brutto-Preisdrift, keine kostenbereinigte Handelsregel.
Quelle: https://econpapers.repec.org/paper/bocbocoec/881.htm
Vorregistriertes Optimizer-Grid (festgelegt VOR dem ersten Backtest — Anti-Overfitting)
- z_min: 1 / 1.5 / 2
- lookback_bars: 20 / 25 / 30
- max_hold_bars: 4 / 8
Die Quelle beschreibt die Drift in den ca. 30 Minuten vor dem Release; Messfenster 20–30 Bars deckt diese Spanne ab. z_min 1,0–2,0 prüft nur, wie selektiv die Drift sein muss, max_hold_bars 4 gegen 8 trennt Ausstieg vor dem Release von kurz danach. 18 Kombinationen, keine exotischen Bereiche.
Backtest-Trials (mit Slippage 0.5 Pkt)
| Trial | n | WR | PF | PnL (Pkt) | Max DD | PF o. Slip |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Baseline (Quellen-Default: NFP/CPI-Tage, z >= 1,5, Ausstieg vor dem Release nach 4 Bars) | 3 | 100,0% | — | +34 | 12 | — |
| Haltevariante: nach der ersten Release-Bewegung (15 Bars)max_hold_bars=15 | 3 | 66,7% | 3,32 | +76 | 49 | — |
| Placebo: alle Handelstage, gleiche DriftregelKontrollecalendar_mode=all | 27 | 48,2% | 1,20 | +30 | 83 | — |
Robustheit (bestes Trial)
PF-90%-Bereich über Handelstage
—
Kein Tagesintervall gespeichert. Einzeltrade-Intervall (zu eng, nur zum Vergleich): 0.52 – 99
Top-3-Trades am Gewinn
100%
PF bei +1.0 Pkt Slippage
3.02
Statistik-Härtung: Ertrag je Trade 25.38 Pkt; mit 80 % Sicherheit nachweisbar wäre erst ein Vorteil ab etwa 95.1 Pkt (Tagescluster berücksichtigt) — UNTERPOWERT: die Stichprobe ist zu klein, um diesen Wert von null zu trennen.
| Regime | n | PF | PnL |
|---|---|---|---|
| range_day | 2 | 2.29 | +42 |
| mixed_day | 1 | 99 | +34 |
Test-Timeline
Jeder weitere Test dieses Builds (Optimizer-Sweep, Forward-Monat, Re-Run) erscheint hier automatisch.
2026-10-26
Build + Backtest (Auto-Build-Agent)
Der Test fand keinen Vorteil gegenüber Zufall und Kosten. Ausgeschlossen ist ein Vorteil damit nicht: Bei der vorhandenen Stichprobe blieben kleine Vorteile unentdeckt (Power-Hinweis im Dossier). (PF 3.32 bei n=3 < 30 — Stichprobe zu klein)
2026-10-26
Nikkei-Gegenprobe (Transfer-Test, ATR-skaliert)
Nicht gelaufen: Die Nikkei-Gegenprobe ist seit dem 17.09.2026 abgeschaltet (Betreiberentscheid: nur DAX).